Freitags-Date {Fernweh-Edition}

New York Skyline mit blauem Himmel und Überschrift "take me away"

Hey ihr Lieben!

Es ist der erste Sommer seit 3 Jahren ohne außerschulische Verpflichtungen, der erste Juli ohne Klausurenphase und ich müsste eigentlich vor Freude im Dreieck springen. Eigentlich! – Denn während ich jeden Samstagmorgen zur Uni fuhr und später dann an meiner Thesis schrieb, stellte ich mir vor wie ich meine Wochenenden verbringen würde, wenn ich Zeit hätte. Ich würde morgens zum Wochenmarkt gehen und mir leckere Sachen kaufen. Ich würde ganz viele Cafés austesten. Ich würde spontan über’s Wochenende wegfahren. Ans Meer oder in eine andere Stadt oder über die Grenze nach Holland. Ich würde mehr Fahrradtouren machen und Kuchen backen und Freunde zu mir einladen. Ich wäre einfach frei was immer zu tun, wonach mir der Sinn steht.

Aber stattdessen sitze ich hier jetzt gerade auf dem Sofa (immerhin satt und vollgefuttert mit Süßkartoffelpommes und Eiscreme) nachdem ich 1 Stunde durch den Regen geradelt bin, klatschnass zu Hause ankam (ich brauch‘ wohl doch neue Regenkleidung) und habe einen ziemlichen Groll auf diesen unzuverlässigen deutschen Sommer! Und müde bin ich auch. Und eigentlich könnte ich mich wahrscheinlich auch einfach mal entspannen und zurücklehnen aber vielleicht hab‘ ich das auch irgendwie verlernt. Oder ich konnte es noch nie…

Deswegen würde ich gerne weg! Ab in den Flieger, in die Sonne, weg vom langweiligen Alltag hier. Weg von den Haushaltsaufgaben und all dem ich-müsste-eigentlich-noch. Aber ein Großteil meines Urlaubs ist für die Prüfungen draufgegangen und deshalb ist ein längerer Urlaub leider dieses Jahr nicht drin. Insofern hadere ich ein bisschen mit der Gesamtsituation und schaue mir in der Zwischenzeit zur Ablenkung Bilder von der letzten USA-Reise an. Und träume mich zurück an diese wundervollen Orte. (Da wird es in nächster Zeit auch noch ein paar Posts zu geben. Jetzt online: In New York landen; Zu Fuß durch New York)

Und weil ich die Gesamtsituation nunmal gerade nicht ändern kann, versuche ich mich noch mit ein paar anderen Sachen aufzuheitern. Hier kommen ein paar Dinge, die mir gerade gute Laune machen:

  • während der Radtour durch den Regen hatte ich plötzlich wieder diesen wunderschönen Song von Sonnencremeküssen im Ohr. Und wenn man den (mit-)singt, lächelt man plötzlich automatisch.
  • Inspiration für’s Nähen von neuen Taschen – da stehen ein paar tolle Sachen auf der Wunschliste (und Nähen geht auch bei Regen)
  • dass Okka ein neues Buch geschrieben hat und ihre Beschreibung, wie es dazu kam. Und der Titel: „Herdwärme“ – wie gemütlich das schon klingt!
  • Zeit zum Lesen. Gerade erneut mit Amy und Roger einen Roadtrip quer durch die USA machen. Und im neuen Buch von Gayle Forman gemeinsam mit einer Mutter nach ihrem Herzinfarkt dem Stress entschwinden.

Hm. Wenn ich so drüber nachdenke, könnte er vielleicht doch ganz gut werden, dieser Sommer. Und vielleicht kriegen wir ja doch noch ein paar schöne Sommertage am Stück.

Sew long,

Anni

DIY – Kofferanhänger aus Kunstleder und Landkarte

Hey ihr Lieben!

Pünktlich zur Urlaubszeit habe ich mal wieder ein kleines DIY für euch. Für meine Freundinnen habe ich diesen Kofferanhänger schon vor einigen Jahren genäht und verschenkt, aber mein eigener Koffer ist dabei leider zu kurz gekommen. Kennt ihr das Problem?

Kofferanhänger nähen aus KunstlederKofferanhänger aus schwarzem Kunstleder mit LandkarteAber jetzt hab‘ ich’s endlich geschafft mir meinen eigenen Kofferanhänger zu nähen und sogar die Arbeitsschritte einzeln für euch zu fotografieren.

Bereit? Los geht’s:Materialliste für Kofferanhänger DIYWas ihr braucht:

  • ein Stück Kunstleder (ca. 30x30cm) in der Farbe eurer Wahl
  • einen Druckknopf (hier KamSnap) in der Farbe eurer Wahl
  • eine Klarsichthülle
  • ein Stück Landkarte
  • Schere
  • Faden, Farbe passend zum Kunstleder
  • Nähmaschine
  • Nähnadeln
  • Papier oder Pappe für die Schablone
  • Stift
  • Lineal

Schablone erstellen für Kofferanhänger DIYZuerst müsst ihr euch selbst eine Schablone zurechtschneiden. Ich habe meine in der Größe 10 x 6cm zugeschnitten und dann auf einer Seite pfeilförmig verlängert (siehe Bild oben).Zuschnitt der Landkarte und Klarsichthülle für den Kofferanhänger (5x9cm)Dann wird aus der Landkarte und der Klarsichthülle jeweils ein 5 x 9cm großes Stück ausgeschnitten.Zugeschnittene Einzelteile für Kofferanhänger DIYMit der Schablone für den Kofferanhänger schneidet ihr 2 Stücke aus dem Kunstleder aus und zusätzlich einen (ihr braucht nur einen, nicht wie im Bild zwei) längeren Streifen, ca. 14 x 1,5cm.Zickzackstich auf StoffprobeDann müsst ihr bei eurer Nähmaschine einen Zickzackstich mit relativ kleiner Stichlänge und mittlerer Stichbreite einstellen (siehe Bild oben).Landkarte und Klarsichthülle einzeln auf die Lederteile aufgenähtJetzt legt ihr die Klarsichthülle mit einem Abstand von 0,5cm zum Rand auf den einen Lederpatch. Zum Fixieren  auf dem Leder könnt ihr direkt am Rand Stylefix verwenden. Dann beginnt ihr vorne an der Pfeilseite mit dem Zickzackstich herumzunähen. Denkt daran nur 3 Seiten einzufassen. Eine Seite bleibt offen. Dort wird später das Adressschild eingeschoben.

Auf den anderen Lederpatch näht ihr die Landkarte auf. Hier aber alle 4 Seiten einfassen. Faden mit der Hand auf der Rückseite vernähen beim ZickzackstichLasst die Fäden am besten lang und zieht sie auf die Rückseite. Dort können sie verknotet und mit der Hand vernäht werden.Close-Up des KofferanhängersDann legt ihr beide Lederpatches links auf links aufeinander und fasst vorne den Lederstreifen mit ein. Zum Fixieren könnt ihr zwischen den Lederrückseiten wieder Stylefix verwenden. Jetzt näht ihr wieder mit dem Zickzackstich einmal komplett um den Kofferanhänger herum.Kofferadressschild aus KunstlederSchon fast fertig. Damit der Druckknopf gut am Ende des Lederstreifens hält, habe ich hier noch ein kleines Lederquadrat zugeschnitten und einfach aufgelegt. Druckknöpfe am Kofferanhänger befestigenJetzt werden noch die Druckknöpfe angebracht (dabei aufpassen, dass die Seiten am Ende aufeinander passen!)Kofferanhänger/Adressschild aus Kunstleder und LandkarteUnd fertig ist euer Kofferanhänger! :) Jetzt noch ein Adressschild beschriften, einschieben und den Anhänger an eurem Koffer befestigen. Und dann kann die Reise losgehen!

Wenn ihr ihn nachmacht, sagt mir doch gerne in den Kommentaren, wie euch die Anleitung gefallen hat. Ich würde mich freuen! :)

Sew long,

Anni

Warum mir die Reise nach New York furchtbar kurz vorkam

Es sind nur 7 Stunden Flug von Paris nach New York. Ich wusste das zwar, aber war trotzdem überrascht als der Flieger dann zur Landung ansetzte. Wie kurz mir diese Reise vorkam, obwohl wir doch den Atlantik überqueren mussten. Im Gegensatz dazu war meine Reise nach Griechenland als Jugendliche eine Weltreise: 3 Tage dauerte es, bis wir mit Bus und Fähre endlich den Ankunftsort erreichten. Umso unwirklicher kam es mir vor, dass der Boden, den wir nun betraten, tatsächlich amerikanischer Boden war. Aber die strengen Sicherheitskontrollen und grimmig dreinschauenden Sicherheitskräfte ließen keinen Zweifel daran, dass wir uns in den USA befanden.

Taxischlange am Flughafen JFK in New York

Als wir aus dem Flughafengebäude traten, empfing uns die schwülwarme Luft eines New Yorker Sommerabends. Obwohl bereits September war, würden die Temperaturen die ganze Woche über bei um die 30°C bleiben. Wir stellten uns hinten in die Taxischlange und ließen uns dann vom Fahrer helfen, die schweren Koffer in den Kofferraum zu hieven. Die Autofenster waren weit geöffnet und während uns der Fahrtwind um die Nase wehte, ratterte das Taxi mit hoher Geschwindigkeit über den Highway und die Straßenschwellen in der Brücke hinüber nach Manhattan. Ich staunte darüber wie amerikanisch hier alles aussieht: dunkelhäutige Jugendliche, die auf einem Basketballfeld direkt an der Straße spielen, Werbung, wo man auch hinsieht, die typisch gelben New Yorker Taxis, diese typisch grünen Straßenschilder und die breiten, mehrspurigen Straßen.

Amsterdam Avenue im Stadtteil Hamilton Heights bei Sonnenuntergang

Es dauerte gefühlt recht lange bis wir tatsächlich auf der Insel (Manhattan) waren. Doch dann erhoben sich links und rechts die typischen New Yorker Gebäude mit ihren Feuerleitern. Durch die geöffneten Fenster drangen jetzt die Geräusche der Stadt zu uns herein: Sirenengeheul, Motorenlärm und Unterhaltungen der Leute auf der Straße vermischten sich zu einer großen Lärmwolke, die dauerhaft über der Stadt zu liegen schien. Ich schaute aus dem Autofenster und beobachtete wie sich langsam der Himmel zu einem Sonnenuntergang verfärbte.

Sonnenuntergang zwischen den Häuserzeilen in New York

Der Taxifahrer fuhr dann etwas zu weit, wir mussten noch 2 Straßen zurücklaufen und standen schließlich vor unserem über AirBnB gebuchten Gebäude in Hamilton Heights. Erst kurz vor der Abreise hatten wir erfahren, dass wir die Gastgeberin dort gar nicht antreffen würden und später sollte sich herausstellen, dass dies bei den meisten unserer AirBnB-Wohnungen so sein würde. Der UPS-Bote ließ uns ins Haus, wir fuhren mit dem Fahrstuhl nach oben, fanden den Schlüssel unter der Fußmatte und betraten dann die Wohnung. 2 weitere Mädels wohnten hier noch, auch das hatten wir in einer Nachricht vor der Abreise erfahren. Zunächst waren wir aber alleine, öffneten unsere Zimmertür und rollten unser Gepäck in jenen Raum, der für die nächste Woche unser Zuhause sein würde. Ein wenig staubig hier und dunkel (die Fenster gingen zu einem Abluftschacht raus), aber ansonsten so wie auf den Fotos im Netz.

Zum Abendbrot huschten wir schnell zum McDonalds auf der gegenüberliegenden Straßenseite. (Ein wenig irritierend, dass hier auf den angegebenen Preis an der Kasse noch die Steuer aufgeschlagen wird.) Beim Essen starrten wir beide mit vor Müdigkeit glasigen Augen vor uns hin (immerhin war es in Deutschland jetzt schon 04:00 morgens) und beschlossen dann den Rückzug anzutreten und auf direktem Weg ins Bett zu verschwinden.

Der Anfang – es muss nicht perfekt sein!

Hey ihr Lieben!

Heute möchte ich mich mit euch gerne mal ein bisschen über Perfektionismus unterhalten – dieses fiese Ding, das uns häufig davon abhält etwas zu beginnen, das wir eigentlich beginnen wollen. In letzter Zeit habe ich mich ziemlich viel mit dieser Kopfbarriere befasst und dabei auch ein bisschen was über mich selbst gelernt.

Ich habe meine Bachelorthesis über das Thema Zeitmanagement geschrieben und dort spielt Prokrastination (oder auch Aufschieberitis) eine große Rolle. Warum beginnen wir nicht einfach mit den Dingen, die wir beginnen wollen? Für das Aufschieben gibt es vielfältige Gründe (eine Zusammenfassung und Definition gibt es z.B. in diesem Buch, zusammen mit Tipps, um die Prokrastination zu bekämpfen), aber einer, der auf Frauen besonders häufig zutrifft, ist der Perfektionismus-Anspruch. Die Angst nicht gut genug zu sein, die Angst vor Kritikern, die Angst vor Irrelevanz,…

Am letzten Wochenende war ich auf dem Blogst-Barcamp in Hamburg und habe mich beim Mittagessen mit Ramona darüber ausgetauscht, dass wir beide in einer Zeit zu bloggen begonnen haben, als man noch jedem Zweiten erklären musste, was ein Blog überhaupt ist. Als es noch keine Blog-Workshops, -Barcamps, -Stammtische und -Konferenzen gab, auf denen einem erzählt wurde, wie man das perfekte Bild stylt und schießt, wie man seine Zugriffsdaten auswertet und seine Reichweite ermittelt und wie man das perfekte Blog-Marketing betreibt. Als SEO nur eine Anneinandereihung irgendwelcher Buchstaben war, die wir noch nie gehört hatten und die für uns keine Bedeutung ergab. Als noch nicht jeder Zweite einen eigenen Blog hatte und der Kampf um Aufmerksamkeit deshalb auch nicht so hoch.

Vielleicht war die Hemmschwelle deshalb damals geringer. Vielleicht lag es auch daran, dass wir anonym auftreten konnten: ich hatte kein Profilbild, keine Adressdaten und habe nicht meinen richtigen Namen angegeben. Ich habe mich einfach bei wordpress registriert, ein Theme ausgewählt, ein paar richtig kleine Fotos (mit einer sehr schlechten Kamera und no know-how geschossen) hochgeladen und den ersten Artikel geschrieben und veröffentlicht. Einfach so. Ohne Schnickschnack und Brimborium. Und nein, diese Artikel waren nicht perfekt. Sie waren noch nicht mal gut. Aber ich habe angefangen.

Ich habe dort angefangen, wo ich anfangen konnte und mit dem Wissen, das ich zu diesem Zeitpunkt hatte. Und von dort aus habe ich mich weiterentwickelt. Und ich glaube, es ist enorm wichtig das im Hinterkopf zu behalten: jede Person, die dort steht, wo du gerne wärst, hat sich dort hin entwickelt. Durch Anstrengung, Zeitaufwand, Geldaufwand, Ausprobieren, Hinfallen und Wiederaufstehen. Niemand ist von Anfang an perfekt.

Was immer du tun kannst oder träumst zu können - beginne es jetzt - Albert Einstein

Es ist richtig: manchmal brauchen Dinge einfach Zeit. Manchmal muss eine Idee noch reifen, bis sie konkret wird. Manchmal sind wir einfach noch nicht so weit. Und das ist auch okay. Aber wenn das einzige, was uns abhält, unsere Angst davor ist, dass es nicht perfekt sein könnte, dann sollten wir diese Angst einfach loslassen und es trotzdem tun.

Elizabeth Gilbert (Autorin von u.a. „Eat, Pray, Love“ und „Big Magic“) erzählt in einer Podcast-Folge von Marie Forleo (Marie-TV) davon, dass es unheimlich viele potentielle Autoren gibt, die ihr 50-seitiges Manuskript in der Schublade verschwinden lassen, weil sie es für nicht gut genug befinden und so nie zu Autoren werden. Und dass sie selbst auch an diesem Punkt stand und sich gesagt hat: „Wisst ihr was? Ich habe nie gesagt, dass ich eine gute Autorin werden würde. Ich habe nur gesagt, dass ich eine Autorin werde!“

Also: sei niemand, der sein Manuskript verschwinden lässt, weil es (noch) nicht perfekt ist. Hab‘ keine Angst, deinen ersten Blogpost zu veröffentlichen, weil er nicht mit den Hochglanzartikeln der „Influencer“ mithalten kann. Egal was es ist, dass du beginnen willst: Trau dich einfach!

Sew long,

Anni