Der Anfang – es muss nicht perfekt sein!

Hey ihr Lieben!

Heute möchte ich mich mit euch gerne mal ein bisschen über Perfektionismus unterhalten – dieses fiese Ding, das uns häufig davon abhält etwas zu beginnen, das wir eigentlich beginnen wollen. In letzter Zeit habe ich mich ziemlich viel mit dieser Kopfbarriere befasst und dabei auch ein bisschen was über mich selbst gelernt.

Ich habe meine Bachelorthesis über das Thema Zeitmanagement geschrieben und dort spielt Prokrastination (oder auch Aufschieberitis) eine große Rolle. Warum beginnen wir nicht einfach mit den Dingen, die wir beginnen wollen? Für das Aufschieben gibt es vielfältige Gründe (eine Zusammenfassung und Definition gibt es z.B. in diesem Buch, zusammen mit Tipps, um die Prokrastination zu bekämpfen), aber einer, der auf Frauen besonders häufig zutrifft, ist der Perfektionismus-Anspruch. Die Angst nicht gut genug zu sein, die Angst vor Kritikern, die Angst vor Irrelevanz,…

Am letzten Wochenende war ich auf dem Blogst-Barcamp in Hamburg und habe mich beim Mittagessen mit Ramona darüber ausgetauscht, dass wir beide in einer Zeit zu bloggen begonnen haben, als man noch jedem Zweiten erklären musste, was ein Blog überhaupt ist. Als es noch keine Blog-Workshops, -Barcamps, -Stammtische und -Konferenzen gab, auf denen einem erzählt wurde, wie man das perfekte Bild stylt und schießt, wie man seine Zugriffsdaten auswertet und seine Reichweite ermittelt und wie man das perfekte Blog-Marketing betreibt. Als SEO nur eine Anneinandereihung irgendwelcher Buchstaben war, die wir noch nie gehört hatten und die für uns keine Bedeutung ergab. Als noch nicht jeder Zweite einen eigenen Blog hatte und der Kampf um Aufmerksamkeit deshalb auch nicht so hoch.

Vielleicht war die Hemmschwelle deshalb damals geringer. Vielleicht lag es auch daran, dass wir anonym auftreten konnten: ich hatte kein Profilbild, keine Adressdaten und habe nicht meinen richtigen Namen angegeben. Ich habe mich einfach bei wordpress registriert, ein Theme ausgewählt, ein paar richtig kleine Fotos (mit einer sehr schlechten Kamera und no know-how geschossen) hochgeladen und den ersten Artikel geschrieben und veröffentlicht. Einfach so. Ohne Schnickschnack und Brimborium. Und nein, diese Artikel waren nicht perfekt. Sie waren noch nicht mal gut. Aber ich habe angefangen.

Ich habe dort angefangen, wo ich anfangen konnte und mit dem Wissen, das ich zu diesem Zeitpunkt hatte. Und von dort aus habe ich mich weiterentwickelt. Und ich glaube, es ist enorm wichtig das im Hinterkopf zu behalten: jede Person, die dort steht, wo du gerne wärst, hat sich dort hin entwickelt. Durch Anstrengung, Zeitaufwand, Geldaufwand, Ausprobieren, Hinfallen und Wiederaufstehen. Niemand ist von Anfang an perfekt.

Was immer du tun kannst oder träumst zu können - beginne es jetzt - Albert Einstein

Es ist richtig: manchmal brauchen Dinge einfach Zeit. Manchmal muss eine Idee noch reifen, bis sie konkret wird. Manchmal sind wir einfach noch nicht so weit. Und das ist auch okay. Aber wenn das einzige, was uns abhält, unsere Angst davor ist, dass es nicht perfekt sein könnte, dann sollten wir diese Angst einfach loslassen und es trotzdem tun.

Elizabeth Gilbert (Autorin von u.a. „Eat, Pray, Love“ und „Big Magic“) erzählt in einer Podcast-Folge von Marie Forleo (Marie-TV) davon, dass es unheimlich viele potentielle Autoren gibt, die ihr 50-seitiges Manuskript in der Schublade verschwinden lassen, weil sie es für nicht gut genug befinden und so nie zu Autoren werden. Und dass sie selbst auch an diesem Punkt stand und sich gesagt hat: „Wisst ihr was? Ich habe nie gesagt, dass ich eine gute Autorin werden würde. Ich habe nur gesagt, dass ich eine Autorin werde!“

Also: sei niemand, der sein Manuskript verschwinden lässt, weil es (noch) nicht perfekt ist. Hab‘ keine Angst, deinen ersten Blogpost zu veröffentlichen, weil er nicht mit den Hochglanzartikeln der „Influencer“ mithalten kann. Egal was es ist, dass du beginnen willst: Trau dich einfach!

Sew long,

Anni

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5 Gedanken zu “Der Anfang – es muss nicht perfekt sein!

  1. :-) Ja, das stimmt, liebe Lolle Pampolle,
    aber manchmal hat man zu viele Dinge im Kopf, die einen blockieren.
    Außerdem wird einem ja immer wieder erzählt, wie wichtig das ganze Drumherum ist.
    Schlechte Fotos? Dann lieber gar keine. Schlechtes Layout? Dann bist du uninteressant usw.
    Alles nicht so leicht. Aber ein sehr gutes Thema.
    Liebe Grüße :-)

    1. Du hast recht: es wird immer ziemlich viel erzählt wie man es machen sollte. Aber letztlich hat auch niemand DAS Erfolgsrezept. Was für den einen funktioniert, funktioniert für den anderen vielleicht gar nicht. Und wie will man es jemals herausfinden, wenn man nicht irgendwo anfängt?
      (Und damit will ich nicht sagen, dass ich nicht auch diese Stimmen im Kopf hätte, die mich von Dingen abhalten. Ich finde nur, dass es sich lohnt darüber nachzudenken, ob man sich wirklich von den Stimmen abhalten lassen sollte…)

  2. Danke, Danke, danke für diesen Artikel! Wie oft habe ich mir in letzter Zeit gedacht, dass ich aufhören sollte..wie oft, dass mein „content“ nicht mithalten Kann, wie oft, dass andere besser sind. Aber man muss dich auch nicht Number 1 sein. Es reicht doch auch erstmal, dass man anfängt. Und das man das was man tut mag :)

    1. Es freut mich sehr, dass du aus meinem Post was für dich mitnehmen kannst, liebe Laura. :) Ich denke diese Zweifel haben wir alle zwischendurch. Das Gefühl, dass es stagniert, dass wir nicht mithalten können, dass es so viele bessere Leute/Blogs/whatever gibt. Das liegt aber auch daran, dass wir uns meistens an den Besten messen (wie man es uns in dieser Wettbewerbsgesellschaft beigebracht hat) und selten an unseren eigenen kleinen und großen Erfolgen.
      Als Blogger ist es glaub‘ ich vor allem wichtig für sich selbst zu definieren warum man diesen Blog schreibt. Macht man das für viele Zugriffe/Leserzahlen und um irgendwann damit erfolgreich und berühmt zu werden? Oder reicht es nicht auch, einfach Spaß am Schreiben zu haben und vielleicht den einen oder anderen Menschen damit erreichen zu können?
      Ich hoffe jedenfalls, dass dein Blog bleibt und du uns noch die eine oder andere Yoga-Geschichte erzählst. :)

      1. Ja, diese Zweifel haben wir wohl oft. Nicht nur in der Bloggerwelt. Zumindest mir geht es So. Ständig hat man das Gefühl, man ist nicht genug. Höher, weiter, besser.
        Ich freue mich, dass ich eine Leserin gewonnen habe. Denn tatsächlich geht es mir nicht ums berühmt oder erfolgreich werden. Aber Menschen zu erreichen, zu berühren, das ist mein Ziel:)

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