Glückskeks Nr. 1

Vergleiche sind der Beginn allen Übels

„Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, um sich sein Glück zu vermiesen.“ Das ist auch die erste Lektion, die Hector in dem Buch „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ lernt. Und eigentlich kennen wir das schon aus der Kindheit. Da spielt Max vollkommen zufrieden mit seinem Lieblingsbagger in der Sandkiste und die Welt ist in Ordnung. Doch dann taucht plötzlich Paul mit einem viel größeren, nigelnagelneuen Bagger auf und der Seelenfrieden ist dahin.

Vergleichen tun wir uns allerdings ständig und irgendwie ganz automatisch. Auch als Blogger habe ich stets Blogs vor Augen, die ich bewundere. Weil sie ein tolles Design haben, schöne Bilder, witzige, intelligente Texte, ansprechende Tutorials. Das ist auch nicht unbedingt nur schlecht. Denn wenn wir uns mit Leuten vergleichen, die besser sind als wir, dann kann uns das fordern und dazu führen, dass wir daran wachsen.

Giftig für die Seele ist nur, wenn die Vergleiche überhand nehmen. Und wenn wir uns mit Idealen vergleichen, die so gar nicht existieren. Beim Vergleichen gehen wir nämlich meistens davon aus, dass dem anderen die Dinge, die wir an ihm bewundern, einfach geschenkt wurden. Ob von Gott, vom Schicksal oder von den Eltern, ganz egal. Und das finden wir dann unfair! Dabei vergessen wir vollkommen, dass der andere vielleicht auch einfach viel härter dafür gearbeitet oder schon viel früher angefangen hat. Und dass wir auch dort hingelangen können, wenn wir uns ordentlich ins Zeug legen. (Allerdings rede ich hier von realistischen Vergleichen. Wenn du davon träumst, so reich zu werden, wie der Scheich von Dubai, oder so berühmt wie Madonna, dann muss ich dir leider sagen: die Wahrscheinlichkeit ist eher gering.)

Alexandra Reinwarth gibt in ihrem Buch „Das Glücksprojekt“ den Tipp öfter mal nach unten zu vergleichen. „Wenn Sie sich einmal als totale Versagerin fühlen, schalten Sie einfach kurz eine Nachmittags-Talkshow ein. Innerhalb kürzester Zeit kommen Sie sich wieder vor, wie die Queen of Currywurst.“

Ich persönlich habe festgestellt, dass mich diese Talkshows eher deprimieren. Was für mich aber total gut funktioniert: mich mit mir selbst vergleichen. Wenn ich mir meine Bloganfänge angucke und das mit heute vergleiche, muss ich sagen: definitiv ein Fortschritt. Vor ein paar Jahren dachte ich noch, ich könnte keinen geraden Ton herausbringen, und heute singe ich in einem erfolgreichen Gospelchor. Ich habe meinen Flugschein gemacht und bin eine ganze Weile ganz allein dort oben durch die Luft gesaust. Wenn ich an diese Dinge denke, bin ich plötzlich ganz schön stolz auf mich. Und glücklich. Und all der Neid ist zu einer kleinen Wolke verpufft.

Also einfach mal mit sich selbst vergleichen.

Ich wünsche euch einen wunderhübschen Mittwoch! :)

Sew long!

Anni

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2 Gedanken zu “Glückskeks Nr. 1

  1. Queen of Currywurst :-) Sehr schön … und wie Recht Du hast!!!

    Du hast mich nach meinem Käsebrot gefragt – natürlich darfst Du es gerne mit nehmen & mich verlinken! Ich freue mich darüber!

    Viele liebe Grüße * Denise

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