Ich wollte doch einfach nur ’ne Jeans

Das mit den Jeans und mir ist ein echtes Dilemma – nie finde ich eine, die mir wirklich passt.

Kennt ihr das auch? Hosen shoppen ist deshalb eine Aufgabe, die ich immer ewig lange vor mir herschiebe. Erst wenn wirklich keine Jeans mehr im Schrank liegt, raffe ich mich auf und begebe mich auf Shopping-Tour – um dann meistens doch wieder „nur“ mit ’nem Schal oder ’nem T-Shirt nach Hause zu kommen.

Gewöhnlich läuft es nämlich so ab: Ich begebe mich hochmotiviert in eins der gängigen umliegenden Kaufhäuser. Ich schlendere durch die Damenabteilung, die ja heutzutage nach Marken unterteilt ist, auf der Suche nach passenden Hosen. Meistens muss ich dann beim Durchwühlen der einzelnen Stapel feststellen: meine Größe ist gar nicht vorhanden. Hmpf! Wenn ich dann doch ein paar Jeans in meiner Größe gefunden habe, geht’s in die Umkleidekabine, nur um dort festzustellen, dass keine von denen passt. Sofort schleicht sich die Frustration von hinten an, dicht gefolgt von der Selbstbemitleidung (obwohl ich da sonst eigentlich nicht so zu neige): Wie kann es sein, dass mir keine dieser Hosen passt? Bin ich zu fett? Vielleicht sollte ich wirklich mehr Sport treiben? Die Butter auf dem Brot weg lassen? Keinen Kuchen mehr, keine Schokolade, den Kaffee lieber schwarz trinken,… Dabei bin ich eigentlich ganz zufrieden mit meiner Figur!

Entweder verlasse ich jetzt also fluchtartig das Kaufhaus um mich in der nächsten Buchhandlung mit einem neuen Schmöker aufzumuntern, oder ich bleibe noch kurz bei den Schals stehen, diesen farbenfrohen, hübschen Dingern, die einfach jedem schmeicheln, ob groß, klein, dick oder dünn. Zur Not kann man sich die ja auch um die Beine wickeln…

Letztens habe ich mal eine Verkäuferin um Hilfe gebeten und mich danach ziemlich geärgert. Diese kannte anscheinend nur ihre Ecke, das heißt, diese eine Jeans-Marke. Und obwohl ich ihr die richtige Größe genannt habe, stand ich am Ende mit Jeans in der Umkleidekabine, die sich noch nichtmal über meine Waden ziehen ließen. „Passen die von der Weite her?“, fragte die gute Dame mich durch den Vorhang der Kabine. Und ich dachte: „Ich weiß nicht, aber die sind ein bisschen lang.“ Als ich dann sagte, dass die nun so überhaupt nicht passen würden, verschwand sie und war nicht wieder gesehen. Und ich fühlte mich wie eine Frau, der nun echt nicht mehr zu helfen wäre! Was für ein Service!

Auf der Suche nach einer tollen Shopping-Strategie, bin ich auf das Buch „Neues aus der Umkleidekabine“ von Brenda Kinsel gestoßen. Die Autorin erklärt dort sehr leicht verständlich warum nicht jede Hose jedem Typ Frau passt, wie die Größen überhaupt zustande kommen und dass es durchaus etwas dauern kann, bis man eine Marke gefunden hat, deren Hosen einem passen. (Das gleiche gilt natürlich für Oberteile.) Deshalb sollte man auch niemals warten, bis man keine Hose mehr im Schrank hat, um dann panisch loszulaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man dann etwas mitnimmt, das eigentlich nur „so lala“ passt und aussieht ist nämlich sehr groß.

Stimmt! Ich hatte auch schon so einige Hosen, die auf den ersten Blick ganz gut waren, sich aber dann ganz schnell zum Schrankhüter entwickelten. Weil sie

a) einen (für meinen Geschmack) zu niedrigen Bund hatten, sodass beim Bücken jeder gleich die Unterbüx sehen kann.

b) einen zu hohen Bund hatten. Was allerdings erst im Sitzen so richtig auffiel, wenn die Jeans auf den Bauch drückte und sich über dem Bund eine große Speckrolle bildete.

c) in der Taille im Rückenbereich zu weit waren. Was man nur durch intensiven Gürtel-Einsatz beheben kann. Was dann meistens auch unbequem ist und blöd aussieht.

d) sich nicht so sehr weiteten, wie von der Verkäuferin vorher gesagt. Sodass die Beine aussehen wie Leberwurst in Pelle.

e) sich nach ein paar Malen tragen so sehr weiteten, dass sogar Gürtel-Einsatz zwecklos war.

Meine neue Strategie ist also:

– lieber ein paar mehr Hosen im Schrank haben, als zu wenig

– immer mal wieder Hosen anprobieren, auch wenn ich eigentlich grad keine brauche

– eine Liste von Marken anlegen, die gar nicht gehen. Und von denen, deren Hosen oft passen

– Merkmale festlegen, die mir an einer Jeans wichtig sind: normalhoher Bund, am besten hinten höher geschnitten als vorne, hoher Stretchanteil, dunkle Waschung

– Kaufhaus mit kompetenten, service- und kundenorientierten MitarbeiterInnen (ja, es gibt sie tatsächlich, aber auch danach muss man manchmal länger suchen)

– in der Umkleidekabine bücken, hinsetzen und auf dem Gang ein paar Schritte hin- und herlaufen.

Und wie machst du das so? Oder hast du etwa überhaupt keine Probleme beim Jeanskauf? (Dann darfst du nie wieder meinen Blog lesen, so! ) ;)

Liebste Grüße! Und nicht vergessen: immer schön locker durch die Hose atmen!

Anni

Advertisements

Sag mir was du denkst:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s