Am Tag und in der Nacht – eine Buchempfehlung

Im Herbst auf der Couch, da kann man auch super Bücher lesen. Vielleicht gefällt dir ja dieses hier:

Claire hat Probleme mit ihrem Ehemann Rob. Denn sie gibt ihm die Schuld dafür, dass ihr ungeborenes Baby, der kleine Oliver, nie das Licht der Welt erblickt hat. Rob war nicht für sie da, in dem Moment, als sie ihn am meisten gebraucht hätte. Und das wirft sie ihm vor. Mit Worten, mit Taten oder einfach nur schweigend. Und Rob weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Dass er hätte da sein müssen. Aber jetzt ist es zu spät. Und nichts was er tun oder sagen könnte, kann die Dinge, die passiert sind, ungeschehen machen. Damit müssen die beiden jetzt irgendwie fertig werden. Doch das ist verdammt schwer.

Rob versucht immer wieder Annäherungsversuche die Claire aber meistens abweist. Sie weiß zwar, ganz tief in ihr drin, dass ihr Verhalten irrational ist, dass Rob nicht wirklich an dem Schuld trägt, was passiert ist. Aber sie kann ihm auch nicht verzeihen, dass er in diesem Moment nicht für sie da war. Also stürzt Rob sich in die Arbeit und kommt abends immer später aus der Firma nach Hause. Claire dagegen weiß nicht so recht wohin mit ihrer Zeit. Mit Freundinnen hat sie kaum noch Kontakt. Die meisten von ihnen haben bereits Kinder und deshalb kann sie sie zur Zeit nicht ertragen. Das Glück, das sie haben und das ihr verwehrt wurde ist zu schmerzhaft.

Dann bekommen Claire und Rob eines Tages ein Paket. Eine Erbschaft. Hinterlassenes der Großmutter von Rob. Ein paar Briefe und ein Bilderrahmen mit einem alten Foto. Claire liest den ersten Brief und wird gefangen genommen von einer Geschichte, die vor ihrer Zeit passierte. Die Briefe stammen von Daisy, einer Cousine von Robs verstorbener Großmutter Elizabeth, und sie sind aus der Zeit des 2. Weltkrieges. Daisy schreibt zu dieser Zeit jeden Monat einen Brief an Elizabeth, in dem sie von ihrem Leben berichtet und von dem Bild, das während des Krieges im monatlichen Wechsel in der National Gallery in London ausgestellt wird. Daraufhin macht Claire es zu ihrem Projekt ebenfalls einmal im Monat die National Gallery aufzusuchen und sich das jeweilige Bild anzuschauen, das Daisy beschrieben hat. So verstricken sich die beiden Geschichten und schon bald findet Claire in den Briefen Parallelen zu ihrem eigenen Leben.

Als ich dieses Buch in den Händen hielt, wusste ich schon, dass ich es gerne lesen würde. Denn es ist sowohl optisch als auch haptisch ein Volltreffer. Das Cover und der Buchtitel vermitteln einen ersten Eindruck von dem leisen Zauber der dieser Geschichte inne wohnt. Die Autorin hat es geschafft der Dramatik etwas Gutes abzugewinnen und eine gute Mischung aus Melancholie, Realität und Optimismus geschaffen. Ich habe mich in die Charaktere hineinversetzt gefühlt, mitgefiebert und mitgelitten. Und auch wenn an Handlung gar nicht so viel passiert, hatte ich doch nie das Gefühl gelangweilt zu sein. Jeden Abend vor dem Zu-Bett-Gehen habe ich mich darauf gefreut noch ein Kapitel zu lesen. (Und aus dem einen wurden dann meistens doch 2 oder 3.) Es war interessant, wie die Autorin die Bilder aus 2 verschiedenen Blickwinkeln beschrieben hat (aus Daisys und Claires) und ich würde wirklich gerne eines Tages durch die National Gallery spazieren, mit dem Buch in der Hand, und mir ein eigenes Bild machen.

Wirklich empfehlenswert!

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Veröffentlicht in Lesen

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